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Im Wortlaut: "Ernste Situation"Die rund sechs Stunden nach Ablauf des Ultimatums der Entführer des Arbeitgeberpräsidenten Hanns-Martin Schleyer in Bonn veröffentlichte Erklärung von Regierungssprecher Klaus Bölling hat folgenden Wortlaut: "Die Bundesregierung ist während der Ereignisse am heutigen Sonntag ohne Unterlaß um das Leben der Frauen, Männer und Kinder und der Besatzung der Lufthansa-Maschine bemüht. Sie ist mit allen beteiligten Regierungen in Gesprächen, die allesamt dem Ziele dienen, das Leben der Menschen an Bord des Flugzeugs und das Leben von Hanns-Martin Schleyer zu bewahren. Der Bundeskanzler hat zu diesem Zweck eine Reihe von Gesprächen mit ausländischen Staats- und Regierungschefs geführt, darunter mit dem Präsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate und dem auf dem Flugplatz von Dubai verantwortlichen Verteidigungsminister. Der britische Premierminister und der französische Staatspräsident stehen mit Rat und mit Hilfe zur Verfügung. In den Gesprächen mit ihnen hat die Bundesregierung erneut deren Solidarität bestätigt gefunden. Die Bundesregierung, die Partei- und Fraktionsvorsitzenden des Deutschen Bundestages und die Ministerpräsidenten der vier betroffenen Bundesländer sind sich der Tatsache bewußt, daß die Situation unvermindert ernst ist. Die Bundesregierung verfolgt weiterhin alle realistischen Möglichkeiten, das Leben der entführten Menschen zu retten. Das vom Bundesverfassungsgericht heute verkündete Urteil stellt fest, daß dem Staat eine Schutzpflicht sowohl gegenüber dem einzelnen als auch gegenüber der Gesamtheit der Bürger obliegt. Die Wahrnehmung dieser doppelten Pflicht setzt voraus, daß die zuständigen staatlichen Organe ihre Maßnahmen der Vielfalt der jeweiligen konkreten Situation ohne Festlegung auf ein bestimmtes Verhalten anpassen können. Darüber hinaus kann eine solche Festlegung schon deshalb nicht erfolgen, weil dann die Reaktion des Staates für Terroristen von vornherein kalkulierbar und dem Staat der effektive Schutz seiner Bürger vor weiteren Verbrechen unmöglich gemacht würde. Die Bundesregierung, die Partei- und Fraktionsvorsitzenden des Deutschen Bundestages und die Ministerpräsidenten der betroffenen Bundesländer haben bisher nach diesen vom Bundesverfassungsgericht bestätigten Grundsätzen beraten und gehandelt. Sie werden weiterhin alles tun, um ihrer schweren Verantwortung nach diesen Grundsätzen gerecht zu werden." 17. Oktober 1977
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