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Pressestellen und Journalisten wie Wasser und Feuer?Die in den neunziger Jahren geführten Diskussionen um das Verhältnis zwischen Journalismus und Public Relations gehörten zu den lebhaftesten Kontroversen im deutschsprachigen Raum. Im Dezember 2002 ist diese Kontroverse durch eine Studie wieder neu aufgeflammt: Viele Firmenpressestellen stünden mit ihrer "Kundschaft", den Journalisten, angeblich auf Kriegsfuß. Das will Wiegand & Wiegand Media Services in einer Umfrage ermittelt haben. Die Onlinebefragung von 291 Redaktionsmitarbeitern aller Mediensparten ergab, dass die meisten Journalisten eher wenig von der Pressearbeit deutscher Unternehmen halten. Hauptkritik: Firmensprecher hätten "keine Ahnung von Medienbedürfnissen", reagierten bei Medienanfragen grundsätzlich misstrauisch und "mauerten" bei Krisen. "Pressestellen und Journalisten sind vielfach wie Wasser und Feuer," kommentiert Wolf Achim Wiegand die Ergebnisse seiner Studie. "Nicht wenige Journalisten sehen Öffentlichkeitsarbeiter - ob zu Recht oder zu Unrecht - eher als Informationsverhinderer, denn als Partner. [...] Manche Pressestelle verwechselt ihre Informationsaufgabe mit Werbung - und das kommt in Redaktionen gar nicht gut an." Laut der Umfrage vergibt nur jeder fünfte Journalist für die Arbeit von Unternehmenspressestellen eine Note besser als 3 ("befriedigend"). Jeder dritte punktet mit der Note 4 ("ausreichend") oder ("mangelhaft"). Ausgewertet wurden 291 Antworten von zufällig ausgewählten Journalisten (Rückläuferrate: 43% von 675 online verschickten Fragebögen). "Wie beurteilen Sie generell die Selbstdarstellung der Wirtschaft gegenüber den Medien?" So lautete einer der insgesamt sieben Fragen. Nur wenige Antworten lauteten "sehr gut" (ein Prozent) oder "gut" (acht Prozent). Die meisten Journalisten finden die Selbstdarstellung der Wirtschaft lediglich "befriedigend". Für die Bewertung "ausreichend" entscheidet sich jeder dritte Befragte. Sieben Prozent werteten mit Note 5 ("mangelhaft"), ein Prozent straft mit einer glatten 6 ab ("ungenügend"). Weitere Kritikpunkte:
Thomas Mavridis dazu: „Die Ergebnisse aus Wiegands Studie stimmen bedenklich. Im komplizierten Beziehungsgefüge zwischen Journalisten und Pressestellen sind gründliche Kenntnisse von den Medien, dem Markt und den Machern vonnöten! Ein Indiz, wie wenig bei manchen PR-Schaffenden vom journalistischen Alltagsgeschehen und von redaktionellen Abläufen bekannt ist, ist die Unsitte, bei Redaktionen nachzufragen, ob der Pressetext, womöglich noch im Werbestil geschrieben, angekommen sei und ob man auf Veröffentlichung hoffen dürfe. Mit Journalisten und Redaktionsteams eine professionelle Partnerschaft anzustreben, gelingt nur dem, der Journalisten kennt, ihre Arbeitsweise und Bedürfnisse überblickt - und der daraus die Konsequenzen für die eigene Berufspraxis zieht!“ Lesen Sie dazu auch: 10 Tipps für richtig schlechte Pressearbeit Pressemeldungen auf dem falschen Schreibtisch |
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