Home     Vita     Publikationen     Kampagnen & Projekte     Seminare    Lehrauftrag     ShortCuts     PR-Bibliothek     Links     Kontakt    Impressum

 

 

 

 

<<__zurück

Im Wortlaut: "Dieses ist die Stunde der Fahndung"

Regierungssprecher Bölling erklärte am Mittwoch um 23 Uhr: "Erschütterung und Zorn erfüllen uns. Der feige Mord an Hanns-Martin Schleyer beweist, daß die Täter unbelehrbar sind. Der Staat wird die Verbrecher, die nach unseren Erkenntnissen auch für die Morde an Heinz Marcisz, Wolfgang Döbel, Georg Wurster, Reinhold Brändle, Roland Pieler, Helmut Ulmer, dem holländischen Bürger Arie Kranenburg, Jürgen Ponto, Siegfried Buback und Jürgen Schumann verantwortlich sind, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln verfolgen.

Sie werden nicht mehr zur Ruhe kommen. Appelle, auf ihrem zerstörerischen Weg haltzumachen, sind ungehört geblieben. Wir werden den Mördern keine Chance lassen. Der Selbstmord ihrer Gesinnungsgefährten hat gezeigt, daß sie nicht davor zurückschrecken, die Auslöschung ihres eigenen Lebens als Mittel des Kampfes gegen die Gesamtheit unseres Volkes einzusetzen. Die Polizei und die anderen Sicherheitsorgane von Bund und Ländern werden mit aller Kraft und ohne Unterlaß nach den Mördern fahnden und sie mit Sicherheit fassen.

Jeder Bürger in unserem Land wird den Sicherheitsbehörden dabei helfen, die Täter aufzuspüren. In den vergangenen sechs Wochen wurde ein dichtes Netz an Beweisen geknüpft. Mit allen Kräften haben das Bundeskriminalamt und die Polizei der Länder in einer für den Bürger nicht sichtbaren Weise Tag und Nacht gearbeitet. Mit Rücksicht auf das Leben von Hanns-Martin Schleyer mußten diese Maßnahmen bisher der Öffentlichkeit soweit wie möglich verborgen bleiben. Die öffentliche Fahndung zur Ergreifung der 16 bereits bekannten Täter hat in dieser Stunde begonnen.

Die Bundesregierung, die Vorsitzenden der Parteien und der Fraktionen des Deutschen Bundestages bekundeten Frau Schleyer, den Söhnen von Hanns-Martin Schleyer, der ganzen Familie ihr Mitgefühl. Die Bundesregierung, beraten von den politisch Verantwortlichen dieses Staates, wußte zu jeder Stunde, daß die Entführer nicht zögern würden, weitere Morde zu begehen. Nachgiebigkeit gegenüber diesen verbrecherischen Fanatikern würde sie zu immer neuen Morden herausfordern.

Weil das erwiesen ist, muß der Staat diese Täter zum Aufgeben zwingen; sonst würde er seine Pflicht gegenüber der Gesamtheit der Bürger versäumen. Der Bundeskanzler und die in dem großen Beraterkreis versammelten Partei- und Fraktionsvorsitzenden verbeugen sich vor dem Leid, das Frau Schleyer und ihren Söhnen durch die schreckliche Tat zugefügt worden ist."

20. Oktober 1977

<<__zurück