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Columbos Strategielehre

Eine Strategie ist bekanntlich der Entwurf und die Durchführung eines Gesamtkonzepts, nach dem der Handelnde ein bestimmtes Ziel zu erreichen versucht. Ursprünglich meinte man damit die Kunst der Kriegsführung. Das Werk "Vom Kriege" machte den General und Militärtheoretiker von Clausewitz zum Begründer der modernen Strategielehre. Der Verkaufstrainer Joachim Skambraks hat (nur?) für Verkäufer in der Reihe Frankfurter Allgemeine Buch einen neuen Clausewitz erforscht: die von William Link und Richard Levinson geschaffene Figur Columbo. Wie sieht Columbos Strategielehre aus?

  1. Columbo arbeitet zielorientiert. Auch wenn seine Mitspieler denken, er sei chaotisch und unorganisiert, so geht er letzten Endes äußerst zielgerichtet vor, mit perfekter Vorbereitung, genauer Organisation und einem gewaltigen Fachwissen.

  2. Columbo hat aus seiner Person und seinem Auftreten eine Marke gemacht. Nach der ersten Begegnung mit ihm, kennt ihn jeder und kann sich an ihn erinnern. So sticht er aus der Masse heraus. Ein Verkäufer muss nicht unbedingt Zigarre, Trenchcoat, Hund und ein altes Cabrio haben - aber auch für seine Erscheinung sollte er sich Gedanken zur Markenbildung machen.

  3. Als Meister der Verhandlungskunst ist Columbo auch ein Meister der Fragetechnik. Mit seinem zerknitterten Notizblock recherchiert er unablässlich und lässt sich auch von den Tätern nicht in die Irre treiben.

  4. Columbo betreibt ein professionelles Beziehungsmanagement. Seine Ansprechpartner kennen ihn. Für die verschiedensten Probleme hat er Kontaktpersonen, die ihm bei der Lösung helfen. Er hat sich ein funktionierendes Netzwerk geschaffen, aus dem er Informationen bekommt.

  5. Columbo ist kein Einzelkämpfer. Er arbeitet ganz bewusst im Team mit seinen Kollegen. Jeder bekommt nach seinen Fähigkeiten die Aufgaben zugeteilt und ist in die gemeinsame Entscheidungsfindung einbezogen.

  6. Seinem Gegenüber verhält sich Columbo stets korrekt und respektvoll. Er interessiert sich für seine Mitmenschen. Er ist offen und aufnahmefähig.

  7. Columbo ist für neue Erkenntnisse offen und lässt sich selber gerne überraschen. Seine permanente Lernfähigkeit lässt ihn an den aktuellen Entwicklungen teilhaben. Deswegen findet er auch immer wieder neue Wege der Lösung für seine Fälle.

  8. Columbo stellt sich schnell auf neue Situationen und Menschen ein. Wenn der Fall es erfordert, verlässt er alte Fahrwasser und geht von seinen eigenen Konventionen ab. Durch diese Flexibilität hat er einen Vorsprung.

  9. Aufgrund seines Verhaltens und seiner Art zu ermitteln wird Columbo oft unterschätzt. Ein solch zerstreuter und chaotischer Inspektor kann doch nicht in der Lage sein, dem Täter eines perfekten Mordes auf die Schliche zu kommen.

  10. Columbos Auftritte sind und bleiben für alle Beteiligten ein Erlebnis. Bluff, Überraschung, Kreativität und die Einzigartigkeit seiner Person sind beispielgebend.

  11. Columbo gibt nicht auf. Er sucht in jedem Fall nach dem Fehler des Mörders. Auch der noch so kleinste Anhaltspunkt wird verfolgt, bis einer zum Ziel führt.

  12. Die Auflösung des Falles inszeniert Columbo fast wie ein Theaterstück. Seine Lösung stellt er besonders anschaulich und stichhaltig dar. Viele Fotos, Beweismittel und beteiligte Personen werden an der Aufklärung des Falles beteiligt.

  13. Columbo hat meistens den richtigen Riecher. Er gibt solange keine Ruhe, bis er sich bei seiner Lösung auch gut fühlt. Man kann auch sagen: Columbo setzt seine Intuition ein.

 

Literatur

Goffman, Erving: Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag. München: Piper 1969. (Die Originalausgabe erschien 1959 unter dem Titel “The Presentation of Self in Everyday Life“ bei Doubleday & Company, Inc., New York.)

Tingley, Judith: The Power of Indirect Influence. New York: AMACOM 2000.

Skambraks, Joachim: Die Columbo-Strategie: Was Verkäufer erfolgreich macht. Frankfurt: Frankfurter Allgemeine Buch 2001.

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