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Hinweis: Dies ist ein Auszug aus der Studie von Thomas Mavridis. Für einen besseren Lesefluss auf diesen Seiten wurden zahlreiche Fußnoten und sämtliche Literaturverweise aus dem Text entfernt. BEMÜHUNGEN UM EINE VERSACHLICHUNG DER DISKUSSION IM AUSLANDDie ausländischen Medien schenkten den Ereignissen in Deutschland im Herbst 1977 besonders hohe Aufmerksamkeit. Sie war seit dem Bau der Berliner Mauer nicht mehr so hoch. Die Bundesrepublik wurde zunehmend als faschistoider Staat, zumindest als Hort der Reaktion verurteilt. Durch nichts erschien dem Ausland die ‚Solidarität der Demokraten' stärker bedroht als durch die ‚Sympathisanten-Diskussion'. In den Augen des Auslands diente die Kampagne der deutschen Rechten dem Ziel, kritischen Geist zu diffamieren und zu isolieren, um die Krise zur Restauration zu nutzen. Von der Kampagne waren Schriftsteller, Theologen und Politiker, namentlich Heinrich Böll, Günter Grass, Heinrich Albertz und Willy Brandt betroffen. Bei ihnen handelte es sich um öffentliche Repräsentanten der Bundesrepublik, die zur Rückgewinnung und Festigung des Ansehens der Nation im Ausland maßgeblich beigetragen hatten. The Guardian/London konstatierte am 03.10.1977, dass McCarthy noch lebe "und zwar gut in Deutschland". Ihren Gipfel erreichte die Reaktion des Auslandes auf die ‚Sympathisanten-Debatte' nach der von CDU-Generalsekretär Heiner Geißler am 11.10.1977 herausgegebenen Dokumentation ‚Terrorismus in der Bundesrepublik Deutschland'. Ein Teil der Öffentlichkeit in Westeuropa war bereits vor der Schleyer-Entführung sensibilisiert, vor allem durch zwei Vorwürfe der Auslandspresse: In der Bundesrepublik entwickle sich zunehmend ein Klima der Intoleranz, ungerechtfertigten Misstrauens und daraus folgend die Gesinnungsschnüffelei. Der zweite Vorwurf lautete, akkumulierend in Erinnerungen an den Nationalsozialismus, dass die Bundesrepublik einen Hang zur Restauration und zum Konservatismus habe. Bundespräsident Scheel wandte sich bei der Eröffnung eines internationalen Kongresses in Hamburg am 19.09.1977 in ungewöhnlich deutlicher Form gegen eine antideutsche Stimmung im Ausland. Einen Tag zuvor hatte Bundeskanzler Schmidt auf dem Gewerkschaftstag der IG Metall zur Besonnenheit gegenüber dem Problem des Terrorismus aufgerufen, damit "unsere Freunde und Nachbarn in West und Ost zu solcher Sorge nicht veranlasst werden". Gleichzeitig verwahrte auch er sich gegen eine Herabwürdigung der Bundesrepublik im Ausland. Am 03.10.1977 nahm Schmidt auf der 75-Jahr-Feier des Daimler-Benz-Werkes in Berlin zum Terrorismus und zu den jüngsten Reaktionen im Ausland erneut Stellung. Nach Auskunft von Teilnehmern des großen Politischen Beratungskreises
spielte die Berichterstattung der ausländischen Massenmedien bei den
Sitzungen eine besondere Rolle, da nichts entschieden werden sollte, das
zu internationalen Komplikationen oder zur Verstärkung der
internationalen Kritik hätte führen können.
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