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Medienjournalismus und Medien-PR

hrsg. von Thomas Jüngling, Hartmut Schultz
Berlin: Vistas 2000
ISBN: 3-89158-297-8
188 Seiten, DM 48,-

Systematische Grundlagen und Beiträge aus der Praxis

Unsere Meinung:

Die Beziehungen der Journalisten, die sich mit dem Thema Medien beschäftigen und der PR-Verantwortlichen von Medienunternehmen und Verlagen sind vielfältig. Trotz regelmäßiger Kontakte und der Arbeit in einem gemeinsamen Themenfeld bestimmen häufig divergierende Interessen das berufliche Miteinander der Akteure. Auch innerhalb der beiden Berufsgruppen ist der Arbeitsalltag teilweise durch unterschiedliche Arbeitsbedingungen und berufliche Selbstverständnisse geprägt.

Am Beispiel des Arbeitsfeldes elektronische Medien und der Berichterstattung über diese Medien geben Praktiker in Band 9 der von Günter Bentele herausgegebenen Reihe ÖA/PR einen Einblick in den Alltag der beiden Berufsgruppen und ihrer vielfältigen Beziehungen zueinander. Berücksichtigt werden die unterschiedlichsten Perspektiven. Die Öffentlichkeitsarbeit privater und öffentlich-rechtlicher Veranstalter, eines TV-Vermarkters, und eines technischen Dienstleisters sind ebenso Gegenstand wie die journalistische Arbeit für Fachdienste, den Hörfunk, als freie Journalistin oder festangestellter Redakteur einer regionalen und einer überregionalen Tageszeitung.

Wer nun mutmaßt, dass es sich bei dem Sammelband um einen Flickenteppich unterschiedlichster Erfahrungsberichte handelt, hat weit gefehlt. Als gemeinsame Klammer wurde den Beiträgen ein theoretisch-systematischer Aufsatz von Stefan Wehmeier und Günter Bentele vorangestellt. Er befasst sich mit den Grundlagen von Medienjournalismus, Medien-PR und ihrem Verhältnis zueinander. Wehmeier und Bentele bieten einen guten Überblick über das Thema und helfen bei der Einordnung der anschließenden Fallbeispiele in den Gesamtkontext. Dabei zeigt sich, dass die Forschung zum Medienjournalismus und vor allem zur Medien-PR noch immer Mangelware ist. Das mag daher rühren, dass auch die Medien-PR selbst noch unlängst in den Kinderschuhen gesteckt hat. Zahlreiche Medienunternehmen, die Kirch-Gruppe ist das wohl bekannteste Beispiel, haben es lange versäumt, professionelle Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben. Vor allem Verlage kümmerten sich bis vor kurzem kaum um eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit, was die Zeitschrift Der Journalist noch 1995 zu der Titelgeschichte Die Scheu der Presse bewog.

Der Sammelband bietet lohnende Einblicke in den Arbeitsalltag, in Problemstellungen verschiedener Redaktionen und PR-Abteilungen in einem noch weitgehend unerforschten Feld.

Thomas Mavridis

In: PR-Guide 7/2001

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