Home     Vita     Publikationen    Kampagnen & Projekte     Short Cuts     PR-Bibliothek     Links     Kontakt    Impressum

 

 

 

 

 

<<__zurück

Tipps für erfolgreiche Leserbriefe

Wenn Leserbriefe gedruckt werden, sind sie selbst ein häufig beachteter Lesestoff. Etwa ein Drittel der Medienkonsumenten liest sie. Leserbriefe können ein hilfreiches Mittel der Medienarbeit sein, weil sie ohne großes Feldgeschrei etwas richtig stellen können, was falsch in der Zeitung gestanden hat. Oder sie können einen Umstand kommentieren, ohne dafür Schlagzeilen zu beanspruchen.

In den Redaktionen werden Leserbriefe und -anrufe sehr sorgfältig registriert. Sie sind neben den Verkaufsziffern oft der einzige Maßstab für die Wirkung der eigenen Arbeit. Wer einem Journalisten einen Recherchefehler nachweisen kann und sich mit ihm geradlinig auf einen richtig stellenden Leserbrief einigen will, trifft in den seltensten Fällen auf taube Ohren. Dann lässt sich im zweiten Zug viel leichter darüber verhandeln, wann denn der Artikel geschrieben wird, der alles wieder gerade rückt.

Grundregeln für einen Leserbrief
Es ist in den meisten Zeitungen und Zeitschriften nicht schwer, seinen Leserbrief veröffentlicht zu bekommen, solange man einige Grundregeln beachtet:

  • In der Kürze liegt die Würze: Auch wenn der Artikel, auf den man sich bezieht, viele verschiedene Bezugspunkte liefert, sollte man der Versuchung widerstehen, einen langen Brief zu schreiben. Je kürzer der Brief, desto eher wird er veröffentlicht. Ein einziger, im Leserbrief korrigierter sachlicher Fehler eines Artikels reicht, um den Denkprozess der Leser anzustoßen. Ein abgedruckter Leserbrief, der das beste Argument enthält, ist besser als ein nicht abgedruckter, weil zu langer Leserbrief. Redaktionen haben übrigens das Recht, Leserbriefe zu kürzen. Damit nicht das Wesentliche gekürzt wird, sollte der Verfasser selbst auf die Kürze seines Briefes achten.
  • Das Wichtigste zuerst: Ein Leserbrief ist kein Schulaufsatz, hier gelten andere Grundregeln. Anstatt seine besten Punkte nach und nach in den Text einfließen zu lassen, sollte man sie alle, in absteigender Reihenfolge, an den Anfang des Leserbriefes stellen. Der Rest des Briefes dient dann den Begründungen und Details. Wenn das Interesse nicht schon beim ersten Satz geweckt wird, besteht die Gefahr, dass Redakteure und Leser den Brief komplett überspringen.
  • Sachlich bleiben: Je sachlicher und ruhiger der Ton, desto wirksamer ist der Leserbrief. Enthält er Beleidigungen, dann wird er mit Sicherheit nicht veröffentlicht. Ironie und Sarkasmus sind wie Salz, zuviel davon macht das Ergebnis unbekömmlich.
  • Auf Lesbarkeit achten: Ein unnötig komplizierter Satzbau muss unbedingt vermieden werden.
  • Korrekturlesen: Rechtschreib- und Grammatikfehler lenken vom Inhalt ab. Man sollte den Brief einer Rechtschreibprüfung unterziehen und gründlich gegenlesen (lassen), bevor man ihn abschickt.
  • Anschrift und Telefonnummer nicht vergessen: Oft wird der Absender per Telefonanruf verifiziert. Auch eine E-Mail-Adresse kann diesen Zweck erfüllen. Briefe ohne Absender können in der Regel nicht veröffentlicht werden. Nicht alle Zeitungen drucken den vollen Absender ab.

Recht auf Gegendarstellung - nur für die "falsche Fakten"

Im deutschen Presserecht ist das Recht auf Gegendarstellung verankert. Es dient dem Schutz von Organisationen und Einzelpersonen vor falscher Berichterstattung durch die Medien und der entsprechenden Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Eine Gegendarstellung kann aber nur unter bestimmten Voraussetzungen verlangt werden. Sie wendet sich gegen eine Tatsachenmeldung oder gegen eine Tatsachenbehauptung. Eine Meinung oder ein Werturteil der Redaktion ist nicht gegendarstellungsfähig. Die Mitteilung, die Sängerin war heiser, wäre dem Beweis zugänglich und so eine gegendarstellungsfähige Tatsachenbehauptung. Die Mitteilung, die Sängerin hat schlecht gesungen, wäre als Werturteil einer Beweisführung nicht zugänglich und damit keine Tatsachenbehauptung. Auch der Entgegnungstext hat sich auf tatsächliche Angaben zu beschränken. Da die Gegendarstellung oft erst Wochen später erscheint und sich im Prinzip gegen die Journalisten richtet, ist sie für PR-Zwecke wenig brauchbar. Gegendarstellungen werden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit nur bei wirklich gravierenden falschen Tatsachenbehauptungen erwirkt. Oft nutzt ein Leserbrief, in dem durchaus Meinungen oder Werturteile vorkommen dürfen, ein sachliches Gespräch mit dem Redakteur sowie eine offensivere Kommunikationspolitik mit kontinuierlichen und umfassenden Informationen viel mehr.

aus: Thomas Mavridis: Tipps für erfolgreiche Leserbriefe. Wenn Leserbriefe gedruckt werden, sind sie selbst ein häufig beachteter Lesestoff. In: Apotheker Zeitung Nr. 1/2/2002, 18. Jahrgang, S. 5.

<<__zurück