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Tipps für erfolgreiche LeserbriefeWenn Leserbriefe gedruckt werden, sind sie selbst ein häufig beachteter Lesestoff. Etwa ein Drittel der Medienkonsumenten liest sie. Leserbriefe können ein hilfreiches Mittel der Medienarbeit sein, weil sie ohne großes Feldgeschrei etwas richtig stellen können, was falsch in der Zeitung gestanden hat. Oder sie können einen Umstand kommentieren, ohne dafür Schlagzeilen zu beanspruchen. In den Redaktionen werden Leserbriefe und -anrufe sehr sorgfältig registriert. Sie sind neben den Verkaufsziffern oft der einzige Maßstab für die Wirkung der eigenen Arbeit. Wer einem Journalisten einen Recherchefehler nachweisen kann und sich mit ihm geradlinig auf einen richtig stellenden Leserbrief einigen will, trifft in den seltensten Fällen auf taube Ohren. Dann lässt sich im zweiten Zug viel leichter darüber verhandeln, wann denn der Artikel geschrieben wird, der alles wieder gerade rückt. Grundregeln für einen Leserbrief
Recht auf Gegendarstellung - nur für die "falsche Fakten" Im deutschen Presserecht ist das Recht auf Gegendarstellung verankert.
Es dient dem Schutz von Organisationen und Einzelpersonen vor falscher
Berichterstattung durch die Medien und der entsprechenden Beeinflussung
der öffentlichen Meinung. Eine Gegendarstellung kann aber nur unter
bestimmten Voraussetzungen verlangt werden. Sie wendet sich gegen eine
Tatsachenmeldung oder gegen eine Tatsachenbehauptung. Eine Meinung oder
ein Werturteil der Redaktion ist nicht gegendarstellungsfähig. Die
Mitteilung, die Sängerin war heiser, wäre dem Beweis zugänglich und so
eine gegendarstellungsfähige Tatsachenbehauptung. Die Mitteilung, die
Sängerin hat schlecht gesungen, wäre als Werturteil einer Beweisführung
nicht zugänglich und damit keine Tatsachenbehauptung. Auch der
Entgegnungstext hat sich auf tatsächliche Angaben zu beschränken. Da die
Gegendarstellung oft erst Wochen später erscheint und sich im Prinzip
gegen die Journalisten richtet, ist sie für PR-Zwecke wenig brauchbar.
Gegendarstellungen werden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit nur bei
wirklich gravierenden falschen Tatsachenbehauptungen erwirkt. Oft nutzt
ein Leserbrief, in dem durchaus Meinungen oder Werturteile vorkommen
dürfen, ein sachliches Gespräch mit dem Redakteur sowie eine offensivere
Kommunikationspolitik mit kontinuierlichen und umfassenden Informationen
viel mehr. aus: Thomas Mavridis: Tipps für erfolgreiche Leserbriefe. Wenn Leserbriefe gedruckt werden, sind sie selbst ein häufig beachteter Lesestoff. In: Apotheker Zeitung Nr. 1/2/2002, 18. Jahrgang, S. 5.
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