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Das Intranet

von Claus Hoffmann
Konstanz: UVK Medien 2001
ISBN: 3-89669-335-2
330 Seiten, 58.- DM

Ein Medium der Mitarbeiterkommunikation

Unsere Meinung:

Informationen lassen sich im Intranet, dem durchgängigen und geschlossenen, nicht-öffentlichen Computernetzwerk auf der Basis der Internet-Technologie gezielt sammeln und aufbereiten, um sie Mitarbeitern zur Verfügung zu stellen. Doch welche Inhalte eigenen sich zur Verbreitung als schriftliche Texte, mündliche Nachrichten, grafische Präsentationen oder akustische Sequenzen? In welchen Situationen lässt sich das Intranet erfolgreich zur Kommunikation nutzen? Wie verändern sich mit dem Einsatz des elektronischen Mediums die Kommunikations- und Arbeitsprozesse in Organisationen? Welche Rolle übernimmt dabei die PR-Abteilung? Claus Hoffmann geht diesen und weiteren Fragen in seiner jüngst erschienenen Studie zur Mitarbeiterkommunikation im Intranet nach. Anknüpfend an die Erkenntnisse der computervermittelten Kommunikation hat Hoffmann mehr als 130 PR-Verantwortliche der 500 umsatzstärksten deutschen Unternehmen in Deutschland befragt und die praktischen Erfahrungen von zwölf Kommunikationsabteilungen analysiert.

Hoffmann entwirft zunächst einen theoretischen, kommunikationswissenschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Bezugsrahmen der Mitarbeiterkommunikation, um das kommunikative Handeln in Organisationen zu interpretieren. Er zeigt die spezifischen Medienleistungen der Intranet-Technologie auf, um potenzielle Einsatzfelder und Funktionen der Intranet-Kommunikation in Organisationen zu identifizieren. Auf der Basis theoretisch und empirisch gestützter Aussagen verdeutlicht er, aus welchen Motiven und in welcher Form Unternehmen das Intranet zur Mitarbeiterkommunikation einsetzen. Dabei kristallisieren sich drei Ebenen des Intranets heraus: die Arbeitsplattform, die innovative Arbeitsprozesse ermöglicht, die Kommunikationsplattform, die zu einer Veränderung von Mitteilungsprozessen in Unternehmen führt, und die Internationalisierungsplattform, die eine weltweite Kommunikation und Zusammenarbeit erlaubt. Mitarbeiter werden durch die Intranet-Kommunikation besser als mit den herkömmlichen Medien in Kommunikationsflüsse eingebunden. Im Vergleich zu den etablierten Medien der Mitarbeiterkommunikation werden die dialogorientierten, zeitunabhängigen Kommunikationsprozesse im Intranet weniger durch Hierarchien beeinflusst.

Persönliche Gespräche und Besprechungen sind aber nach wie vor nicht zu unterschätzende Kommunikationsmittel zur Motivation und Führung der Mitarbeiter. Hoffmann plädiert daher konsequenterweise für die Integration des Intranets in den bereits bestehenden Instrumentenmix von Organisationen. Erst in der Kombination mit anderen Instrumenten der Mitarbeiterkommunikation entfalten die internen Kommunikations- und Wissensnetzwerke ihre spezifischen Stärken und tragen zur Verbesserung der internen Kommunikation bei. Die Intranet-Kommunikation sollte, so lautet eine der wichtigsten Schlussfolgerungen Hoffmanns, von Maßnahmen begleitet werden, die gezielt Einfluss auf die Gestaltung sozialer Beziehungen nehmen. Die Einführung eines Intranets bedeutet demzufolge umfassendere Maßnahmen für die PR-Verantwortlichen als das Sammeln und Bereitstellen von Informationen. Sie muss mit der Neuausrichtung aller Maßnahmen der Mitarbeiterkommunikation verbunden werden.

Nachdem bisher wenige empirisch gesicherte Arbeiten zur Nutzung des Intranets vorlagen, die zwar wichtige, aber nur einzelne, zum Teil sogar sich widersprechende Aspekte zu Tage förderten, darf Hoffmanns Untersuchung nicht nur als grundlegender Beitrag zur Internen Kommunikation, zur innerbetrieblichen Public Relations, betrachtet werden, sondern als Meilenstein in der Analyse des Leistungspotenzials und des tatsächlichen Einsatzes des Intranets.

Thomas Mavridis

In: PR-Guide 11/2001

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